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Freundeskreis Speyer - Gniezno
Interview mit der Freundeskreisvorsitzenden, Katharina Zentgraf
Offizielle Seiten der Stadt Gniezno
Deutsch-polnisches Jahr 2005/ 2006
Gniezno zählt etwa 72.000 Einwohner und liegt in der reizvollen Seen- und Hügellandschaft der Region Wielkopolska (Großpolen), rund 50 km östlich von der Wojewodschaftshauptstadt Poznan entfernt. Als erste Hauptstadt Polens und mit einer über 1000jährigen Geschichte ist Gniezno eng mit der Entstehung und Entwicklung des polnischen Staatswesens verbunden. Hier residierte der erste historische Fürst Mieszko I. aus der Dynastie der Piasten, der mit seiner Taufe im Jahre 966 den Übergang Polens zum Christentum einleitete. Dieses Jahr wird seither als offizielles Gründungsdatum des polnischen Staates gefeiert.
In die Regierungszeit seines Sohnes, Boleslaw des Tapferen, genauer gesagt in das Jahr 1000, fällt die Pilgerfahrt des deutschen Kaisers Otto III. nach Gniezno zu den Reliquien des Heiligen Adalbert. Im gleichen Jahr entstand das Erzbistum Gniezno und der Erzbischof wurde nachfolgend zugleich Primas von Polen.
Die Bedeutung der Stadt verblaßte allerdings angesichts der Kriege, Stadtbrände und Epidemien, die Gniezno in seiner wechselvollen Geschichte heimsuchten. Die Verlagerung des staatlichen Zentrums nach Krakau beschleunigte diese Entwicklung und verhalf dem nahegelegenen Poznan zu immer stärkerem Aufschwung.
Leder-, Textil-, Zucker- und Maschinenindustrie haben seit Jahrhunderten ihren Standort in Gniezno. Der Zusammenbruch des kommunistischen Systems aber ließ die Arbeitslosenzahlen enorm anwachsen. In der marktwirtschaftlichen Neuorientierung beginnt sich die Stadt nun allmählich zu entwickeln. Ein Beispiel für eine gelungene Umstellung auf die neuen wirtschaftlichen Bedingungen ist das Textilwerk Polanex, das Hemden und Blusen ausschließlich für den Export (u.a. nach Deutschland) herstellt.
Gniezno ist zugleich kulturelles Zentrum der Region. Zum einen sorgen ein Theater und zwei Kulturhäuser für ein abwechslungsreiches Programm, zum anderen ist Gniezno einer der wichtigsten Orte an der „Piasten-Straße“ und zieht jährlich tausende von Touristen aus allen Landesteilen und aus dem Ausland an. In der Fülle geschichtsträchtiger Baudenkmäler steht die gotische Kathedrale an erster Stelle, in der sich zwei einzigartige Kunstwerke befinden: das silberne Reliquiar des Heiligen Adalbert und das Eingangsportal aus dem 12. Jahrhundert. Auch das „Museum der Anfänge des polnischen Staates“ und „Erzdiözesanmuseum“ verdienen besondere Erwähnung.
Der klassizistische Baustil in der Innenstadt gibt einen Eindruck von der einstigen Bedeutung Gnieznos. Doch auch heute noch erzeugt die beeindruckende Architektur eine erhabene Atmosphäre. Über die prächtig gestaltete Fußgängerzone mit ihren Straßencafés und Geschäften und über den alten Marktplatz führt der Weg direkt auf die Kathedrale zu.
Nicht nur Gniezno selbst, sondern auch die Umgebung lädt zu Ausflügen ein. Etwa 15 Minuten von der Stadt entfernt befindet sich ein Freilichtmuseum mit Blockhäusern und Stallungen, die einen Einblick in das Leben der Menschen vergangener Jahrhunderte gewähren. Ebenso interessant ist die inmitten eines malerischen Sees gelegene Insel Lednicki, auf der Ausgrabungen auf eine Besiedlung in der polnischen Gründungszeit hindeuten. Hier soll sich unter anderem der Palast von Mieszko I. befunden haben.
In einer halben Stunde erreicht man die kleine Ortschaft Czernejewo, wo sich der Palast eines alten polnischen Adelsgeschlechtes befindet. Die Palastbesichtigung weckt sogleich Erinnerungen an rauschende Ballnächte und bei einer Kutschfahrt durch die angrenzenden Jagdreviere kann man noch den Klang der Jagdhörner vernehmen.
Doch auch im hektischen Treiben der 600.000 Einwohner zählenden Großstadt Poznan lassen sich wunderschöne und ruhige Winkel finden. Das Herz und zugleich das Glanzstück der Stadt ist der historische Marktplatz mit dem alten Ratsgebäude. Auch hier laden zahlreiche Cafés und Restaurants zum Verweilen ein, während Galerien und Antiquariate das anheimelnde Bild der Altstadt abrunden. Um das Zentrum herum ziehen sich indes modernste Einkaufspassagen und Geschäftsstraßen, in denen der Poznanski die neueste Mode aus Paris kaufen kann.
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