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Arno- Reinfrank- Literaturpreis

 
Monika Rinck ist Preisträgerin 2009 

Bitte geben Sie hier einen bildbeschreibenden Kurztext ein.Am 6. Oktober 2009 hat die Stadt Speyer zum zweiten Mal den mit 5.000 Euro dotierten Arno-Reinfrank-Literaturpreis verleihen. Preisträgerin ist die 1969 in Zweibrücken geborene und in Berlin lebende Lyrikerin Monika Rinck, eine der wichtigsten Stimmen ihrer Generation.

Das Preisgeld stiftet Jeanette Koch, die in London lebende Witwe Reinfranks. Sie hatte gemeinsam mit Oberbürgermeister Werner Schineller die Auszeichnung im Historischen Rathaus übergeben. Im Rahmen dieser Feierstunde setzte sich die Preisträger Monika Rinck in einer Festrede mit dem Werk Arno Reinfranks auseinander. Ihrem eigenen literarischen Schaffen war der darauf folgende Abend gewidmet, bei dem sie im Speyerer Zimmertheater (Kulturhof Flachsgasse) aus dem im März 2009 erschienen Gedichtband „Helle Verwirrung“ las.

Portrait von Arno Reinfrank

Alle drei Jahre wird der in Erinnerung an den 2001 in London verstorbenen Schriftsteller Arno Reinfrank  gestiftete Preis verliehen. Das Preisgeld stiftet die Witwe Reinfranks, Jeanette Koch aus London. Mit dem Arno-Reinfrank-Literaturpreis sollen deutschsprachige SchriftstellerInnen für herausragende literarische Leistungen in Lyrik oder Prosa ausgezeichnet werden, die im Sinne des Werkes von Arno Reinfrank den Idealen des Humanismus und der Aufklärung verpflichtet sind beziehungsweise sich literarisch mit den Prozessen und Phänomenen von Wissenschaft und Technik auseinandersetzen.

Juryentscheid

Für die Jury, so Bürgermeister Brohm, sei es keineswegs ausschlaggebend gewesen, dass die diesjährige Preisträgerin Monika Rinck aus dem pfälzischen Zweibrücken stamme, doch die gemeinsame Herkunft beider Dichter aus dieser Landschaft könne interessante Perspektiven aufzeigen. Mit der heute in Berlin lebenden Autorin werde eine Lyrikerin ausgezeichnet, die zu den wichtigsten Stimmen ihrer Generation gehöre. So rühme die Literaturkritik, die Gedichte ihres 2004 erschienenen Gedichtbandes „Verzückte Distanzen“ seien als „entrückte Perspektiven“ zu verstehen, wobei die Autorin die kleinen großen Verschiebungen beherrsche, die einem guten Gedicht die entscheidende Wendung gäben. So vielschichtig sei auch ihr 2006 erschienener Text „Ah, das Love-Dings“, den man als Essay verstehen könne, der aber in Wirklichkeit sowohl Roman als auch Gedicht und wissenschaftliche Untersuchung oder philosophische Abhandlung in einem sei, wobei die Autorin mühelos von theoretischen Höhen in die Niederungen des Alltags eintauche, fröhlich Uni- und Kunstwelt parodiere oder ins Lyrische gleite – dies sei Anlass genug für interessante Vergleiche beider Dichtungen, betonte Bürgermeister Brohm.

Monika Rinck

Monika Rinck wurde 1969 in Zweibrücken geboren, studierte nach dem Abitur in ihrer Heimatstadt in Bochum, Berlin und Yale Religionswissenschaft, Geschichte und Vergleichende Literaturwissenschaft. Sie lebt als Autorin in Berlin. Zu ihren Veröffentlichungen gehören „neues von der Phrasenfront“ (1998), „Begriffsstudio“ (2001), die Gedichtbände „Verzückte Distanzen“ (2004) und „zum fernbleiben der Umarmung“ (2007) sowie die Essays „Ah, das Love-Ding“ (2006), das Hörbuch „Pass auf, Pony!“ (2008) und der Gedichtband „Helle Verwirrung“(2009).

Jury

Der Jury gehören neben Jeanette Koch als Stifterin und dem Kulturbürgermeister der Stadt Speyer, Hanspeter Brohm, der Lyriker Hans Thill als Vertreter des P.E.N.-Zentrums Deutschland an sowie der an der Wayne University in Detroit in den USA lehrende Literaturwissenschaftler und Reinfrank-Kenner Prof. Dr. Guy Stern, zudem der Reinfrank-Verleger Dr. Volkhard Brandes, der Vertreter des rheinland-pfälzischen Kulturministeriums Dr. Sigfrid Gauch und Dr. Eckhart Pilick als Mitglied der Freireligiösen Gemeinden.

Arno Reinfrank und Speyer

Der 1934 in Mannheim geborene, in Ludwigshafen aufgewachsene und seit 1955 in London lebende Schriftsteller hielt zeitlebens Kontakt zu seiner Pfälzer Heimat. Die Kontakte zur Stadt Speyer, einer Hochburg der Reinfrank-Verehrer, sind vielfältig. Die Pfälzische Landesbibliothek, seit 2004 Teil des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz, beherbergt den schriftstellerischen Nachlass von Arno Reinfrank und ehrte ihn mit einer Ausstellung im November 2004. Darüber hinaus pflegte Arno Reinfrank eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Speyerer Verlag Marsilius. Dieser publizierte u.a. das 1000-seitige Millenniumsprojekt „Fin de Siècle– Die letzten 1000 Tage“, ein Tagebuchprojekt, in dem er zusammen mit dem Speyerer Künstler Klaus Fresenius den Ausgang des vergangenen Jahrtausends reflektierte sowie das Musikhörbuch mit und über Arno-Reinfrank „Das ferne Blau“ und in Reinfranks Todesjahr den bibliographischer Bericht „Arno Reinfrank-Zeitzeuge, Lyriker, Querdenker“, in der die Publikationen aus 40 Jahren zusammengefasst sind.  

Preisträger 2006: Jan Wagner

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Erste Preisträger des Arno-Reinfrank-Literaturpreises ist der 34-jährige Berliner Lyriker Jan Wagner. Er gilt als „virtuoseste Formenspieler seiner Generation“.
Für die Jury zeigte die Lyrik Jan Wagners eine deutliche Affinität zu Reinfranks „Poesie der Fakten“. Mythologische Symbolstätten werden wie triviale Gegenstände der Alltagswelt ausschnitthaft, aber mikroskopisch genau in Augenschein genommen und dabei suggestiv in einen sinnhaften Zusammenhang einbezogen. Jan Wagner entwickele dabei eine unprätentiöse Artistik der Sprache, die noch mit den inhaltlichen Motiven wie den sprachlichen Formen zugleich virtuos und spielerisch umgehe. Was Jan Wagner schließlich mit Arno Reinfrank verbinde, sei die enge Beziehung zur angelsächsischen Kultur und auch hier wieder vor allem zur Lyrik.

Jan Wagner wurde 1971 in Hamburg geboren. Er hielt sich längere Zeit in Dublin auf und lebt seit 1995 als Schriftsteller, Herausgeber und freier Literaturkritiker in Berlin. Als Übersetzer englischsprachiger Lyrik erhielt er den Übersetzerpreis der Stadt Hamburg. 2001 veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband „Probebohrungen im Himmel“, 2004 folgte der Lyrikband „Guerickes Sperling“.



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